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»Mächtige Kriegs-Wezyradim, intrigante Adlige und verwegene Kor'Zaaren! Erhabene Priester und weise Magier! Das freie Maraskan verlangt nach eurem starken Arm und eurem klugen Kopf. Tragt euren Namen ins Buch der Anwesenden ein und werdet Teil des ruhmreichen Shîkanydads!«

Shikanydad.de ist ein moderiertes Briefspiel in und um die Stadt Sinoda, Sitz des Alabasternen Rates und Zentrum des maraskanischen Freiheitskampfes. Die Spieler verkörpern eine einflußreiche Person im Shîkanydad, beraten sich im Ingame-Forum miteinander und geben ca. alle zwei Wochen einen Spielzug mit ihren Aktionen bei der Spielleitung ab. Dabei werden Vasallen, Gebäude und Schiffe sowie natürlich Geld, Soldaten und Kontakte eingesetzt, doch die wichtigste Ressource ist ein guter Draht zu den Mitspielern. Neue Spieler können problemlos jederzeit einsteigen!

Um mehr über die Spielregeln zu erfahren, lies die folgenden Artikel in der Kategorie Briefspiel; um einen Eindruck vom Inhalt des Spiels zu bekommen, höre dir den neuesten Kladj an oder besuche einige Personen. Bei weiteren Fragen steht das Outgame-Forum zur Verfügung (Anmeldung bei blogage.de erforderlich) sowie sl[ät]shikanydad.de.

Auch freuen wir uns immer über einen Kommentar in unserem Gästebuch.


Die Seeblockade vor Retohaven wurde gelockert, nachdem Baruun Thitosijian und Signore Esnupofino Jessero eine diplomatische Lösung für den Disput mit der alanfanischen Admiralissa Karinor gefunden haben. Diese hat nun offiziell ihre Flottille aus den Gewässern abgezogen.

Dennoch sind auch weiterhin viele Piraten vor Sinoda und Retohaven unterwegs und es kam zu vielen Überfällen auf Schiffe, wobei vor Sinoda vor allem Fremdiji-Schiffe zu den Opfern zählten. Was plant der Seefuchs nur?

Der Schiffskonvoi mit vielen Potten voller Bruderschwestern und haltbarer Nahrung mit bornischer Begleitung verlässt Sinoda in Richtung Boran, dabei auch Baruun Thitosijian und Baruun Karoijan und Sinodaner Magi und Magae

Die Lebensmittelhändler in Sinoda und Tuzak, sowie die Bauern in den umliegenden Dörfern haben ein gutes Geschäft machen können, denn viele Bruderschwestern liessen es sich nicht nehmen, große Nahrungsmittel-Vorräte für Boran zu kaufen und dem Schiffskonvoi zu übergeben. Vor allem haltbare Dinge wie z.B. Reis ist in großen Mengen gekauft und verladen worden.

Der Seewezyrad Marech ist auch weiter vom Pech verfolgt: nachdem er vor einigen Wochen bereits seine Lorcha "Drachenodem" verloren hat, soll er jetzt in ein Seegefecht zwischen Piraten und Al´Anfanern geraten und mit samt seinem Schiff untergegangen sein. Ist dies das Ende des Träumers?

 

      Die Kleine oder Spätsommerregenzeit dauert nun schon mehr als sechs Wochen, neigt sich aber nun ihrem Ende zu. Zwar hat die Stärke des unaufhörlichen Regens nochmals zugenommen. Allerorten steigen Flüsse und Bäche über die Ufer. Doch ist dies ein zweifach sicheres Zeichen auf das baldige Ende der Regenmassen.
      Vor allem im Norden Maraskans haben die nun schon sehr lange andauernden Regenfälle viele Überschwemmungen hervorgerufen. Der Hira in Jergan habe zum Beispiel die Flussinsel Imana’cha fast vollständig überflutet, nur die höchsten Türme sollen noch aus den Fluten hervorragen. Bei Charasim soll die Mendrina unzählige tote Körper fürchterlich anzuschauender Missgeburten aus den Bergen bis in die Häuser der Fischer und die Kasematten der Bluttempler geschwemmt haben.

      Aber die Regenzeit macht nicht nur Schwierigkeiten. So ist in allen Kampfgebieten das Vorrücken von Kampftruppen der Haffajas zum Erliegen gekommen. Vor allem der befürchtete Angriff von Norden auf Tuzak ist ausgeblieben. Wider Erwarten konnten Kämpfer unter Orsijin vom Hira die Legion sogar zurückdrängen.
      Auch südlich Tuzaks tut sich trotz der widrigen Verhältnisse und des Mutes der Kämpfer des Shîkanydad einiges. Die Höhen von Senan sind bis auf eine letzte kleines Widerstandsnest nahezu gesichert. Eine wohlgeplante Offensive des Hauses Mainows und anderer Kämpfer war von Erfolg gekrönt.

      Der mittlerweile unsägliche Streit der Sinodaner Akademie mit der Grauen Gilde um eine Visitation geht in eine neue Runde. Aus Khunchom ist zu hören, daß Perjin von Lowangens Reise gen Punin nach allen Kräften behindert wurde. Augenscheinlich hat die bruderlose Okharim-Sippe ein Interesse daran, daß eine maraskanische Magierschule Mitglied der Grauen Gilde wird. Nur aufgrund der Hilfe unserer Bruderschwestern in der Mhanadistadt konnte die Weiterreise gesichert werden.

      Derweil ist nun doch die heißersehnte Nachricht aus Punin nach Sinoda unterwegs. Der Wortlaut des Prüfungsprotokolls vom Praiosmond enthält zwar eine niederschmetternde Ablehnung des Anspruches auf Vollmitgliedschaft. Jedoch scheint es vielen der Magister nicht entgangen zu sein, welch böses Spiel die Okharim aus Khunchom hier treiben wollen. Es wird über eine Wiederholungsprüfung beraten. Perjin von Lowangens Entschluß nach Lowangen zu reisen, kam wohl gerade noch rechtzeitig. Noch kann er sein Wort dort beim Kleinen Gildenrat geltend machen.

      Dennoch buhlt weiterhin ein Vertreter der Bruderschaft des Wissens auch Schwarze Gilde genannt um die Akademie der Vierfachen Verwandlung in Sinoda. Neben des immer noch ablaufenden Bücher- und Formelaustauschs, hört man von weiteren Angeboten, wie Unterstützung durch alanfanische Lehrer bei Forschung und Ausbildung, gemeinsame Erschaffung von Artefakten und dergleichen mehr. Es ist zu hören, daß Hesindajida von Tuzak ernsthaft darüber nachdenkt, jedwedes Urteil der Grauen zu ignorieren und lieber jetzt als später die Angebote der Schwarzen anzunehmen. Zumal ihre Mitspektabilität Perjin von Lowangen auf Reisen ist.

       Vierfach Erfreuliches ist aus Tuzak zu hören. Die Hochgeschwister Tuzaks und der Priester Marwanjian der Barfüsser planen offenbar ein großes Symposium der Zwillinge im Hesinde. Überall sind Boten und Läufer unterwegs, um überall das Benisabayad zu erreichen.
      Dabei soll es einen großen Austausch über die Lehre der Zwillinge mit Priestern, weltlichen Vertretern und allerlei Prominenz geben.

      Retohaven wappnet sich und verstärkt die Wehranlagen des Hafenbeckens. Offenbar als Konsequenz aus der Blockade wurde sich unter dem Kommando der Schultheissin Aylasuni für den Ernstfall eines Angriffs vorbereitet. Dabei sollen viele ortsansässige Kapudane, von denen einige durchaus als Piratjins zu bezeichnen wären, freiwillig Unterstützung geleistet haben. Damit bekennen sie klar Stellung, während gleichzeitig die Runde macht, dass der Seefuchs Losanjin und seine Bruderschaft der Blutspiesse ein gemeinsames Bündnis mit der Admiralissa eingegangen sind.
      Ein von der Schultheissin entsandter Unterhändler ist enthauptet worden und nur sein Kopf nach Retohaven zurückgeschickt...

      Vor der Küste Etlaskans verschwinden Schiffe. Einige Kapudane wählten zuletzt diese Route, um trotz der Blockade Jandraskans weiter Geschäfte mit den jüngst errungenen Inseln machen zu können. Jedoch sind einige dieser kühnen Seefahrer samt ihrer Schiffe plötzlich verschwunden. Ob dies das Werk der Blutspiesse ist?

      Erfolgsversprechender liefen offenbar Verhandlungen zwischen dem alanfanischen Abgesandten Esnupofino Jessero und der Admiralissa ab. Offenbar ist es dem meridianischen Vertreter im Alabasternen Rat gelungen, dem Kapudan Aalziber eine Sondergenehmigung für die Überfahrt zu erwirken. Dieser solle jedoch das Haus der Schultheissin meiden, so sagt man.

      Die angekündigte Hochzeit des Dschunkars von Usdaran mit Idrajida von Boran wirft ihre Schatten voraus. Viele Bruderschwestern in Tuzak und Sinoda möchten gerne den Anlass nutzen, um der Heiligen (und freilich eventuell dort lebenden Verwandten) einen Besuch abzustatten. In Tuzak kam die Idee eines gemeinsamen Reisekonvois auf, jedoch ist derzeit nichts dergleichen in die Wege geleitet worden.

      In Sinoda hat ein Admiral der bornländischen Flotte verlauten lassen, dass man in Zukunft ein größeres Augenmerk auch auf die Sicherung des Seewegs von Sinoda nach Boran haben würde. Es sei unumgänglich für die Interessen der Festumer Händler und des Shîkanydad gleichermaßen, daß Boran per Schiff erreichbar
      sei.

      Viel eher als Hilfestellung ist dieses Vorhaben wohl der Ausdruck blanker Not. Denn alle bornischen Kontore in Sinoda haben in den letzten Tagen ihre Geschäfte einstellen müssen. Während einerseits die schwierige Lage am Kreditmarkt ein Rolle spielt, die gerade ausländischen Gesellschaften den Zugang zu dringend nötigen maraskanischen Geldgebern und somit Geldmitteln in Form von Pfandbriefen verwehrt. So ist zu hören, daß auch die allgemeine Sicherheit der Seewege ein Risiko für das Geschäft ist. Das Bornland muß darum wohl starke Zeichen setzen. 

      Wezyradim

      20:06

      Mit der Ernennung von Wezyradim hat das Shîkanydad eine Institution aufgegriffen, die noch aus der Zeit der Könige stammt. Obwohl sie als Amtsadlige ihren Titel nie direkt vererbten, begründeten doch gerade die Kriegswezyradim damals oft lange und machtvolle Dynastien. Heute wiederum sind es Machgestalten jedweder Couleur vom Rebellenführer über den Handelsherrn bis zum Freibeuter, die der Alabasterne Rat als Wezyradim an sich zu binden bestrebt ist. Für viele Vertreter des neuen Beamtenadels wiederum bedeutet ihr Titel soviel wie ein Kaperbrief oder eine Steuerpacht.

      Von alters her genießen die Wezyradim bestimmte Rechte (und Pflichten), die sie vom gewöhnlichen Volk abheben. Nun hat die Ausrufung des Shîkanydad zwar auch zu einer gewissen Renaissance der Wezyradim geführt, doch sind ihre konkreten Privilegien heute oft eine Sache der Aushandlung von Fall zu Fall, zumal der Alabasterne Rat nur bedingt die Stellung der früheren Könige einnimmt. Gleichwohl haben die überlieferten vier großen Rechte einen wichtigen Richtwert für die Gegenwart.

      Als Dîn-ha'Schaar wird das Recht vornehmlich der Kriegswezyradim bezeichnet, Bewaffnete anzuwerben, auszurüsten, unter Waffen zu halten und ins Gefecht zu führen. Schon zur Zeit der Könige wurde das gleiche Recht freilich auch von Feudaladligen in Anspruch genommen und von anderen Mächtigen vielfach usurpiert. Heute sind die Wezyradim womöglich weiter denn je davon entfernt, ein Gewaltmonopol durchzusetzen, denn das Shîkanydad ist froh über jeden loyalen Waffenträger, welchen Titel er auch führen mag.

      Das bedeutende Dîn-ha'Dinaar besteht darin, Bußgelder und Zölle königlichen Rechts in einem genau festgelegten Umfang zu erheben. Die Höhe einer Steuer oder Strafwürdigkeit eines Vergehens bestimmt dabei freilich nicht der Wezyrad, sondern der Gesetzgeber. Das Eintreiben der Gelder wiederum übernehmen oft geringere Beamte im Auftrag. Während sich in alter Zeit König und Wezyrad die Einnahmen teilten, wird heute oftmals ein weiterer Teil an lokale Adlige abgeführt, um deren Kooperation zu sichern.

      Das Dîn-ha'Talaar ist vergleichsweise symbolischer Art und berechtigt zum Tragen der zeremoniellen Amtsroben und anderer Insignien der Wezyradim. In früheren Jahrhunderten eifersüchtig gehütet, ist dieses Recht heute weitgehend vergessen, und nur wenige Schneider wären überhaupt in der Lage, die ehrwürdige Tracht ordnungsgemäß herzustellen.

      Aufgrund des Dîn-ha'Pelaar kann ein Wezyrad im Rechtsstreit jederzeit den König als Richter anrufen und untersteht somit nicht der Rechtssprechung untergeordneter Lehnsherren. Unter einem starken Monarchen bedeutete dieses Recht einen erheblichen Schutz, seit jedoch der Alabasterne Rat die wesentlichen Königsrechte wahrnimmt, ist es eine Frage von Stimmungen und Mehrheiten und somit ein gewagtes Glücksspiel, einen Urteilsspruch von höchster Stelle zu verlangen.

      Als notorisch muss heute der mal offene, mal latente Konflikt zwischen den neuen Wezyradim und den wiederkehrenden Lehnsadligen gelten. Wo Haran Reojian dafür bekannt ist, als Anhänger der Alabasternen Idee den Wezyradim auf seinem Territoium oftmals freie Hand zu lassen, beharren viele provinzielle Baruune energisch darauf, Herr im eigenen Haus zu bleiben.

      - Karojian ist eine inoffizielle Spieler-Person -

      Kurzcharakteristik: legitimer Baruun von Usdaran, dessen Land noch von Haffajas beherrscht wird, geschickter Händler mit exzellenter Kinderstube, der noch beweisen muß, daß er in Lage ist, um sein Erbe zu kämpfen

      Karojian von Usdaran ist der Sohn des letzten herrschenden Baruuns von Usdaran Xeroziber dem Launischen, und wurde im Jahre 1011 geboren.  Das Geschlecht derer von Usdaran war durch die riesigen Teeplantagen in seinem Besitz ehedem eines der reichsten an der Ostküste. Und ist es auch noch, selbst wenn es längst nicht mehr so kopfreich ist wie noch vor dem Fall Borans und Dharzjinions Griff nach Maraskan, und auch keine zweifache Teeplantage mehr besitzt.
      Karojians Vater versuchte den Ungeborenen zu entgehen und so floh er aus Usdaran, versteckte sich kurze Zeit auf Buli, um später nach Festum zu fliehen. Xeroziber schaffte es bei seiner Flucht fast alles an Wertsachen und Gold mitzunehmen und baute sich mit diesem Besitz und seinen Beziehungen innerhalb der exil-maraskanischen Gemeinschaft ein einträgliches Handelsgeschäft auf.
      Als Spross einer reichen maraskanischen Adelsfamilie und somit zweifach gesegnet hatte Karojian ein unbeschwertes Leben. Krieg und Kampf kennt er nur aus den Gesängen der Barden. Die Kultur seines Volkes nur von dem, was seine Eltern ihm noch vermittelten konnten. Not hat er nie erfahren, auch wenn man in Festum als Maraskaner mit mancher Anfeindung leben muß. Seine Ausbildung war umfangreich, nur die besten Lehrer waren seinem Vater gut genug.
      Nachdem sein Vater im Phex 1032 schwer erkrankte, übernahm der gerade 20-Jährige Karojian das Handelsgeschäft und schaffte es den Warenhandel mit Khunchom und Sinoda auszubauen. Als sein Vater der Krankheit im Sommer selbigen Jahres erlag, übernahm Karojian auch dessen Titel. Er bevorzugte aber die bornländische Form, des Barons von Usdaran.
      Ein Jahr nach dem Tod von Xeroziber dem Launischen erreichte Festum die Kunde von der Befreiung Borans durch das Shikanydad. Auch die Hoffnung einer baldigen Befreiung von Usdaran schwang mit. Zwei Wochen später trat Karojian seine Reise nach Boran an, um seine geliebte Baruunie immer noch in Feindeshand zu sehen. So nutzte Karojian seinen zweimonatigen Aufenthalt in Boran, um sich mit den Machtstrukturen, dem Aufbau von Kontakten und dem Einrichten seines Handelshauses zu beschäftigen.
      In diesen zwei Monaten lernte er eine außergewöhnliche und wunderschöne Frau namens Idrajida kennen, der er schon bald versprach, mit ihr zusammen den Kreis abzuschreiten. Zurück in Festum ließ er nicht viel Zeit vergehen, er trug die Dokumente seines Vaters zusammen und bereitete das Festumer Handelsgeschäft auf eine Verlegung des Hauptsitzes nach Boran vor.

      Herausragende Eigenschaften und Talente: KL, MU; Handel, Rechnen, Schätzen, Überreden, Staatskunst, Etikette, Schriftlicher Ausdruck, Schauspielerei; Arroganz, Verwöhnt

      • Karojian wird allgemein akzeptiert (10/10)
      • Karojians Einkünfte sind solide (9)
      • Karojians Heerbann ist symbolisch (2)
      • Karojians Netzwerk ist ausgebaut (8)

      Vasallen

       

       

       

       

       

      Gebäude

      Die Diskusstafette ist in Boran angekommen! Fieberhaft erwartet hatte sich die Ankunft der Läufer und Werfer um einige Tage verspätet. Hinterhalte durch die Haffajas, der einsetzende Efferdregen und die Unwägbarkeiten des Landes hatten zu steten Veränderungen der Streckke geführt. Tief im Dschungel sei die Stafette beinahe abgerissen, jedoch hat der Heerbann der Friedlichen Schwestern wohl genau im richtigen Moment den Feinden den Weg blockiert und diese aufgerieben.
      In der 'Heiligen' wurde die seit langem erste Vollendung Stafette auf der althergebrachten Strecke Tuzak-Boran als Erfolg gewertet. Trotz der immerhin 3 Bruderschwestern, die während der Stafette Borons Tsagesicht erblickten. Es sei ein zweifach gutes Zeichen für die Zukunft. Maraskan sei auf einem guten Weg. Die vier Tage dauernden Festllichkeiten in Boran waren demnach von Heiterkeit und Zuversicht geprägt.

      Ebenfalls aus Boran ist zu hören, daß ein weiteres alteingesessenes Adels- und Handelshaus aus dem Exil zurückgekehrt ist. Der Sohn des allseits bekannten Baruuns Xeroziber von Usdaran hat die Verlegung des Kontors von Festum nach Boran nun abgeschlossen. Karojian von Usdaran gedenkt mit seinen Geschäften vor allem das Umland insbesondere den alten Familienbesitz in Usdaran wieder aus den Händen der Haffajas zu reißen. Seine weitreichenden Beziehungen aufs Festland könnten die schwierige Versorgungslage der 'Heiligen' endlich wieder verbessern.

      Aus Sinoda hört man derweil weniger gute Nachrichten für den Handel. Der Aufschwung der letzten Wochen scheint vorbei. Aus vielen Handelsunternehmen einheimischen sowie fremdländischen wurden Schuldverschreibungen herausgenommen und an die Gläubiger ausgezahlt. Dieser Abfluß von Geldmitteln sei noch nicht besorgniserregend, wurde allseits versichert. Bemerkenswert ist er dennoch. Hat dies etwas mit der immer noch gefährlichen Lage auf den Seewegen zu tun?

      Denn vor der Insel Jandraskan ist offenbar eine Blockade des Freihafens Retohaven von den Meridianern ins Leben gerufen worden. Die Potte „Jilasken-Diskus“ wurde zunächst zum Halten gezwungen und anschließend nach Tuzak zurück entsendet. Offenbar wurde beidseitig auf die Anwendung von Gewalt verzichtet, doch der Kapudan Aaljin ist angeblich mehr als empört gewesen. Es wird vermutet, daß dies etwas mit dem Zwist zwischen der alanfanischen Admiralissima Avessandra Karinor und Baruun Thitosijian zu tun hat.

      Gen Boran scheint das Haffajadad wohl ebenfalls eine Seeblockade errichten zu wollen. Man hört von etlichen zwar immer noch einzeln patrouillierenden Schiffen der Fürstkomturei. Doch der so schon schwierige Schiffsverkehr zwischen Sinoda und Boran wird zusätzlich erheblich gestört. Unter den Kommandanten der Schiffe soll auch der bruderlose Maranjin Maruch sein.

      Doch so sagt der Kladj, handele sein nunja Bruder Marech mittlerweile ebenso verräterisch. Er dient sich schon seit einiger Zeit den Al’Anfanern an und hätte sogar seinen Korzaarenhafen As’Harbin als Versorgungshafen für Galeeren aus Al’Anfa angeboten. Verwirrt das Gold der Schwarzen Perle unsere Korzaaren mittlerweile so sehr, daß sie den Meridianern bei einer Eroberung helfen wollen?

      Denn auch von Losanjin dem Seefuchs hört man ähnliche Verbrüderungen mit den Al’Anfanern. Er und seine ‚Blutspieße’ wurden vor Jandraskan gesichtet, wo sie sich an der Seeblockade Retohavens beteiligen sollen.

      Eine Antwort der Großen Grauen Gilde zum Ergebnis der Visitation im Praiosmond steht immer noch aus. Seine Spektabilität Perjin von Lowangen hat Sinoda verlassen, um nach  Punin zu reisen. Dort will er höchstselbst mit dem Kleinen Gildenrat über die feste Aufnahme der Schule der Vierfachen Verwandlung in die Grauen Gilde verhandeln. Während seiner Abwesenheit sollen Spektabilität Hesindajida von Tuzak und Magistra Yaswinja Mainow die Führung der Akademie übernehmen.

      Weiterhin ist aus Sinoda zu hören daß ein Treffen zwischen dem hochangesehenen Gerojin von Jergan und den einflußreichsten Wucherern Sinodas statgefunden hat. Man weiß wenig, was besprochen wurde. Doch soll es sich um beiderseitige Friedensangebote gehandelt haben. Offenbar habe Gerojins Eingreifen die Unruhen unter den Schuldnern und Kreditgebern herbeigeführt, die in den letzten Wochen Sinoda ereilt hatten.

      Nördlich von Sinoda in den Mangroven und Küstenwäldern sind zum wiederholten Male Menschen verschwunden. Diesmal ereilte es einen kleinen Holzfällertrupp aus der winzigen Hafensiedlung As’Harbin. Doch schon seit ein paar Monaten geht in der Gegend von Syneggyn das Gerücht um, daß irgendetwas in den Wäldern umgehe und unachtsame Leute hole.

      Die Efferdregenzeit und ihre unermesslichen Wassermassen haben scheinbar dafür gesorgt, daß die Kämpfe bei Tuzak nicht so recht vorankommen. Das Bündnis von Söldnertruppen des Hauses Mainow und verschiedener Kämpfergruppen konnte trotz unterschiedlicher Versuche das Versteck des verschanzten Haffajaverbandes immer noch nicht erstürmen.
      Auch nördlich der 'Lilienhaften' sind die Kämpfe nahezu zum Stillstand gekommen. Haffajas sowie Kämpfer des Shîkanydad haben sich regelrecht eingegraben und lauern nur auf eine Möglichkeit des Angriffs.

      - Sinoda, der Stachel des Shîkanydad -

      - Tuzak, die Stadt der Lilie -

       

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